Mensch-Maschine Brücken und Neuro-Enhancement

Letzte Woche fand der 13. Bundeskongress politische Bildung statt. Neben einzelnen Sektionen, die jeweils aktuellen Themen der politischen Bildung gewidmet waren, wurden ebenfalls eine Reihe interessanter Workshops angeboten.

Ich hatte mich sehr über eine Einladung als Referent der Sektion “Leistungskörper” für die Leistungsgesellschaft? Der getunte Mensch gefreut (Link zu meinem Thesenpapier). Moderiert von Jürgen Wiebicke, diskutierte ich zusammen mit Dr. Dimitris Repantis von der Charité (Autor des Neuro-Enhancement Memorandum), Dr. Wiebke Rögener-Schwarz von der TU Dortmund (Autorin des Buches “Hyper Hirn”) und Dr. Roland Kipke von der Universität Tübingen. Der Inhalt unseres Gesprächs drehte sich verstärkt um die ethischen Fragestellungen rund ums Neuro-Enhancement, sowie im weiteren Sinne um Human Enhancement (hier eine Zusammenfassung der Diskussion von der Bundeszentrale für politische Bildung).

Im Folgenden dazu mein Eingangsstatement, welches ich auf dem Kongress vorgetragen hatte:

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Leistungskörper und Enhancement – um in die Thematik einzusteigen, möchte ich zwei einführende Beispiele anhand von Oscar Pistorius und Dick Cheney geben.

Oscar Pistorius wurden mit 11 Jahren beide Beine abgenommen. Mit dem Ziel ein möglichst „normales“ Leben zu führen bekam er zwei Prothesen und trug diese wie andere Kinder Schuhe und Hosen tragen.

In seiner Autobiographie beschreibt er wie er in früher Kindheit mit seinem Bruder GoKart Fahrten unternahm und sein Bruder, wenn es gefährlich wurde, kurzerhand seine Prothesen schnappte und als Bremsklötze benutzte.

Was also ursprünglich als medizinischer Behelf gedacht war, ist im Spiel der Jungen bereits zum Enhancement geworden – denn nur über das starke Abbremsen mit Hilfe der Prothesen konnten überhaupt erst schnelle Geschwindigkeiten erreicht werden.

Auch Dick Cheney, der unter Bush Vizepräsident der USA war, hat sich über einen medizinischen Eingriff einen künstliche Pumpe mit Spenderherz einsetzen lassen. Dieser Eingriff der ein erkranktes Organ durch ein Künstliches (zumindest die Pumpe) ersetzt hat folgt dem medizinischen Imperativ, demzufolge Menschen wieder auf „Normalzustand“ wiederhergestellt werden sollen. Medizinische Eingriffe wie beispielsweise der Ersatz durch ein künstliches Organ birgt jedoch auch immer schon wieder Verbesserungen in sich. Höhere mechanische Stabilität, längere Lebensdauer sind dabei nur zwei Merkmale, die inhärent auch in der Medizin – gewollt oder ungewollt – gemacht werden.

Eine definitive Grenzziehung zwischen Therapie/Medizin und Enhancement lässt sich nicht machen. Technische Verbesserungen schleichen sich bereits in die heilende Praxis notwendig mitein.

Mir geht es daher weniger von Grenzen zwischen Mensch und Technik zu sprechen als vielmehr den Fokus auf die „Brücken“ zu legen. Die Brücken, die das Dazwischen regeln und Übersetzungsprozesse zwischen Mensch und Technik behandeln.

Wie sehen die Mensch-Maschine Brücken der Zukunft aus?

Welche Aufgabenverteilung zwischen Mensch und Maschine entstehen und welche Potentiale ergeben sich für diese Verknüpfungen von Biologie und Technologie?

Wie können wir als Gesellschaft bestmöglich an der Konstruktion gemeinschaftlich teilnehmen?

Welche Werte bilden das Fundament dieser Bio-technologischen Brücken – oder anders ausgedrückt – zukünftiger sozialer Beziehungen.

Donna Haraway hat hierzu in ihrem Cyborg Manifesto einen zentralen Satz gesagt:

„Gesellschaftliche Wirklichkeit, d.h. gelebte soziale Beziehungen ist unser wichtigstes polititsches Konstrukt, eine weltverändernde Fiktion“.

Dabei ist wichtig zu sehen, dass soziale Beziehungen mit Hilfe von neuen Medien und Technologien sowohl zeitlich als auch räumlich entkoppelt sind.

Teile dieser sozialen Beziehungen finden virtuell, z.B. auf Plattformen statt, nehmen neue Kommunikationsformen an – eine Vielzahl von tragbaren Geräten und technischer Assistenzsysteme liefern die Infrastruktur dazu.

Mensch-Maschine Brücken bilden also nicht nur Brücken zur Mensch-Technik Kommunikation sondern dienen auch zur Brückenbildung zwischen Menschen. Ein entscheidendes Kriterium, der neuen aufkommenden Mensch-Technik Brücken ist, dass sie in zwei Richtungen begehbar sind. Sie kommunizieren sowohl von Mensch zu Technik als auch von Technik zu Mensch – und das z.T. in sehr direkter Weise.

Während bisherige Werkzeuge also vorrangig das Ziel des Menschen hatten auf seine externe Umwelt einzuwirken, haben die neuen Werkzeuge sehr direkte Wege auf den Menschen zurückzuwirken.

Die Technik besitzt dabei neben Sensoren auch immer mehr Aktuatoren bzw. Stimulatoren, die ein direktes Feedback für den Menschen ermöglichen. Diese Brücken haben das Ziel einen geschlossenen Kreislauf zwischen Mensch und Maschine herzustellen.

Die direkteste Form dieser Art von Rückmeldung von Technik auf den Menschen ist wohl die Stimulation von menschlichem Nervensystem bzw. Gehirn.

Neuro-Enhancement stellt dabei begrifflich mit dem Wort „Enhancement“ die Verbesserung gegenüber einem vorherigem Ausgangszustand in den Vordergrund.

Im Sinne des eben genannten geschlossenen Kreislaufs (Kybernetik), würde ich jedoch die verschiedenen Stimulationsarten des menschlichen Nervensystems nicht prinzipiell als Verbesserung ansehen sondern erst einmal wertneutral, als technische Einwirkung bzw. Rückmeldeform von Technik zum Menschen (ich möchte mich hier erstmal weniger auf das pharmakologische Neuro-Enhancement sondern vielmehr auf Neuro-Enhancement über tragbare/implantierte Brücken/Interfaces (z.B. tDCS , TMS etc.) beziehen).

Erst die Motivationen, die ich mit Neurostimulatoren verbinde, ja erst die konkreten Zwecke die ich damit verfolge (z.B. ein hierarchisches Höherstellen ggü. Mitmenschen, aufgrund erhöhter kognitiver Leistung) sind ausschlaggebend für eine Diskussion bzw. einer gesellschaftlichen Übereinkunft.

Dies macht deutlich, dass die Neuro-Enhancement Debatte keine vorrangig technische sondern stark gesellschaftlich bzw. die gesellschaftlichen Werte orientierte Diskussion ist.

Abschließend möchte ich drei Punkte aufzeigen, die mir bei dieser Diskussion zentral sind.

1. Die Frage des Zugangs zu diesen Mensch-Technik Brücken

2. Neben dem Zugang die Gestaltung der Brücken

3. last but not least eine Wertediskussion, die auf breiter gesellschaftlicher Ebene stattfinden muss

zu 1.: Frage des Zugangs

Es geht also um die Frage „Wie bauen wir eine Grundstruktur für gleichberechtigten Zugang zu den neuen Werkzeugen auf?“

Ich will hier den Gedanken der Plattform an erster Stelle setzen. Es geht um die Errichtung sowohl virtueller also auch physikalischer Plattformen, die eine durchgängige Partizipation der Gesellschaft an Diskussions,- Entwicklungs- und Umsetzungsgedanken beinhaltet.

Diese Plattformen müssen jedem zugänglich, also prinzipiell offen und frei verfügbar sein. Das Ziel ist eine aktive Ideenverbreitung- und teilung, anstelle von geschützter IP und proprietärem Wissen. Ein solcher Plattformgedanke war ebenfalls die Grundidee des Cyborgs e.V., den Verein den ich zusammen mit einer Gruppe von Leuten in Berlin gegründet habe.

Zu 2.: Gestaltung der Brücken

Denn was nutzt mir der Zugang zu Werkzeugen wenn ich nicht weiß wie ich diese bedienen soll und was sie für nachgelagerte Auswirkungen auf mich und meine Umwelt haben.

Es geht also darum auch hoch komplexe technische Systeme und Infrastrukturen für Laien zugänglich und verständlich zu machen, sodass eine mündige Teilnahme an dieser Mensch-Maschine Gesellschaft überhaupt erst möglich wird. Es braucht hierzu Vermittlungswerkzeuge – diese machen die Brücken erst „mündig begehbar und nutzbar“. Sie sehen daher nicht wie eine 96 seitige AGB von Apple aus sondern haben den Zweck virtuelle hoch komplexe Vorgänge auf intuitiv verständliche Module runterzubrechen, verständlich zu machen und teils in physikalischen Objekten wieder greifbar zu machen. Internet der Dinge und Physical Computing sind hier zwei Stichworte, die meiner Meinung nach in Zukunft sehr hohes Potential zur Brückengestaltung bieten.

3.: Wertediskussion

Als dritten Punkt – last but not least – das Anstoßen einer Wertediskussion für eine gleichberechtigte Mensch-Maschine Zukunft. Es geht also um nichts weniger als das grundsätzliche Hinterfragen des kapitalistischen Fortschrittsgedanken und damit der technischen Ausstattung des Körpers mit dem Hauptzweck in einer neoliberalen Gesellschaft mithalten zu können.

Denn, Technik sollte dem Fortschritt & Wachstum des Menschen und nicht des Systems dienen.

Anstatt gleichgeschalteten Leistungskörper- und geistern weitere Unterstützung zu geben, sollten die neuen Werte weniger wettbewerbs- und hierarchieorientiert sein sondern vielmehr in einem humanistischen Sinne, spezifische Talentförderung mit neuen Mensch-Maschine Brücken darstellen. Diversität und Erweiterung der menschlichen Wahrnehmung stehen hier im Vordergrund.

 

 

aLDN0.1 – analogue Light Dependent Necklace

Sideview of aLDN0.1

Sideview of aLDN0.1

The aLDN0.1 is a first prototype of an analogue light dependent necklace.

The aLDN0.1 awakes when it gets dark or a person/object is approaching. A red light begins to increasingly light up as soon as a person comes closer or the environmental lighting conditions are changing (e.g. opposing blinking of the strobe raver in the club).

Each part of the necklace constitutes both a design element and a part of the electronic circuitry at the same time. It’s an attempt to bring aesthetics and function as close as possible together.

aLDN0.1 awake

aLDN0.1 awake

Sideview sleepy

Sideview sleepy

If you want to help me with making a small video clip or being an aLDN0.1 model, please hit me up

 

 

Der kybernetische Anthropozän in Gaia

_- Disbalance
hier ist [ziemlich] etwas außer balance. insgesamt, global – kosmisch trau ich mich nicht zu sagen. keine zwei waagschalen von denen eine nach unten, die andere das proportional entsprechende stück nach oben hängt.

so einfach ist es nicht.

es ist nicht simpel, nicht kompliziert – es ist komplex. und dennoch offensichtlich.

ob nun genius malignus, matrix, simulation, determiniertheit, freiheit und all das weitere gedankliche gespiel – tief drin liegt der wunsch nach dem großen sprung. der große sprung aus sich heraus, ja über sich hinaus.

kulturüberkommnis durch naturbeherrschung. totalkontrolle in menschenhand.

der dampf der kolben antrieb, damit mechanische arbeit verrichtet. verpackt in eine hülle, war die maschine mit dampf die hand die hunderte von spindeln zur gleichen zeit schwirren lässt, der fuß der räder schneller drehen lässt als füße sich bewegen können sowie der arm welcher den berg zum rohstoff werden lässt.

der der schneller spindelt, fester tritt und mehr vom berg holt – hat gewonnen [renn schneller!]. so geht das spiel jetzt. optimierung des systems bedeutet optimierung der hände, füße und arme – der ausgelagerten körper, die spindeln, treten und wasser schaufeln. maschine mit dampf, bandmaschine die fließt, maschine die rechnet – kulturüberkommnis durch naturbeherrschung.

[Holo-->] Anthropozän | vom ganzen zum menschen.
die maschine ist gewachsen. einseitig gewachsen. einseitig deswegen weil aktuatoren vor rezeptoren stehen. es geht darum auf die welt einzuwirken,
nicht um sie wahrzunehmen. der alte kampf um beherrschung – kulturüberkommnis durch naturbeherrschung.

die erweiterung des menschen in die welt hinein. so weit, dass nicht mehr zwischen nicht- menschlich oder nicht-menschgemacht und menschlich oder menschgemacht unterschieden werden kann. kultur[überkommnis] ist gleich natur[beherrschung].

kausalketten sind angestoßen und ja, es wird komplex.

ein paar symptome des menschlichen einwirken auf die umwelt, zusammengestellt von peter haff:

# exploitation of a large fraction of the Earths land surface for human purposes, 38% of which was agricultural land in 2009 (–>FAO 2011)
# fixation of more athmospheric nitrogen than fixed by all natural terrestrial processes (–>Vitousek et al 1997)
# appropriation of terrestrial organic material equivalent to 40% of net primary production
# extinction of biological species, which, at the current rate exceeds that leading up to the big five mass extinction events of geological history (occurring at the end of the Ordovician, Devonian, Permian, Triassic and Creatceous periods) (–>Barnosky et al 2011)
# interception by dams of 25-30% of global sediment load (–>Vorosmarty et al 2003)
# impoundment of up to 15% of global runoff (–>Nilsson et al 2005)
# consumption of energy at c.20% of the rate of photosynthetic energy flow through the biosphere (–>Sassoon et al 2009)
# expectation of continuated change in Earth function as a consequence of human activity (–>IPCC 2007)
# further warming of the atmosphere
# shifts in the geographical distribution of species
# continued recession of glaciers
# melting of permafrost
# vanishing of late summer Arctic sea ice
# continued sea-level rise

[krankheits]symptome werden über rezeptoren erkannt. schmerzfrei ist dabei jenes, welches keine rezeptoren für den schmerz entwickelt. schmerzfrei ist ebenso jenes, welches zwar rezeptoren für den schmerz besitzt diese information aber nicht weitergeleitet bekommt. schmerzfrei ist letztlich genauso jenes, welches rezeptoren besitzt, schmerzinformation weiterleitet, jedoch kein subjektives empfinden für schmerz entwickelt. es sind diese drei prinzipiellen stufen des

- sensorischen wahrnehmens
- der weiterleitung
- des verarbeitens und eingliederung in ein bewusstsein |> verantwortung als agent

welche die grundvoraussetzung für eine regelung und damit linderung des schmerzes sind. wenn diese afferente bahn als rückkopplung fehlt, wird kein schmerz empfunden. kein schmerz?, klingt gut. der tod kommt dann jedoch auch recht überraschend schnell und vorherige maßnahmen ihn hinauszuzögern oder gar abzuwenden sind nicht möglich. die fähigkeit schmerz zu empfinden ist also lebensnotwendig. er [der Schmerz] ist teil eines regulierungsystems, genannt homöostat. fehlt dem homöostat die [negative] rückkopplung schaukelt er sich hoch und stirbt.

rezeptoren, weiterleitung und verarbeitung [im sinne einer zuordnung zu einem agenten, der als verantwortlicher in frage kommt] sind voraussetzung um den ist-wert festzustellen, der im folgenden mit dem soll-wert abgeglichen wird. die differenz ist dann wiederum das maß für die rückkopplung welche jeder homöostat benötigt; nenne er sich anthropos, biosphäre [gaia] oder techné. – balance

rezeptoren des menschlichen körpers sind über axone direkt mit der verarbeitungseinheit verbunden. aktionspotenziale, die informationsträger der körperrezeptoren stellen eine direkte zuordnung zwischen stimuliertem rezeptor und einer welt[enti | identi]tät dar. die direkte zuordnung von sensorik und der entsprechenden motorik | „sich in der welt bewegen“ erzeugt wahrnehmung und kybernetische Informationsverarbeitung | closed loop, hard wired.

rezeptoren des anthropozänischen körpers sind systemisch entkoppelt von ihrer welt[enti | identi]tät. die informationsträger der rezeptoren sind multimedial, dezentral verteilt und stellen eine neue dimension aus menschensicht dar. die neue dimension legt ihren anker nicht im menschen sondern in gaia.

die disbalance des anthropozänischen körpers ist tiefgreifend. auf den drei stufen der afferenten anthropozänischen körperbahn, kann eines folgendes analysieren.

sensorisches wahrnehmen | rezeptorebene.
es betrifft das internet der dinge und körper. biologische rezeptoren gepaart mit sensorik [eingebettete systeme] konstituieren die erste stufe der vorherig beschriebenen voraussetzung zur ermittlung des ist-wertes und somit zur ermittlung des nötigen maßes zu einer rückkopplung
[normativ vorgegebene soll-werte werden hier zunächst außer betracht gelassen].
: grundstruktur im aufbau

weiterleitung | informationsübertragung
es betrifft big data und multimediale formate. der anthropozänische körper hat im vergleich zum menschlichen nicht nur aktionspotentiale die in axonen wandern, also unimediale weiterleitung, sondern ist medial offen. dies betrifft sowohl die mediale codierung [analog & propositional] als auch die mediale dimension.
: grundstruktur im aufbau

anthropozänische agentenhaftigkeit
es betrifft das individuum als agierender teil eines weiteren netzwerkes. es betrifft hier genauer, das überkommen von einer dualen vorstellung zwischen einer individuellen welt[enti | identi]tät die abgetrennt von einer umgebenden welt[enti | identi]tät steht. es ist die fähigkeit zur systemübergreifenden rückkopplung.
: hierfür sind anthropozänsinne voraussetzung

O Gaia

oo Anthropozänsinn
die sinne des anthropozäns sind die sinne gaias. das individuum, eine kognitive einheit der technosphäre, zusammen als teil der biosphäre. eingebettete systeme, also sensorik und aktuatorik, sind teil der sedimentschicht die es gerechtfertigt den anthropozän als geologische epoche anzusehen. sie sind jedoch auch als sinnesapparat zu verstehen. was wir das internet der dinge nennen ist die anfängliche ausbildung von gaias sinnenesrezeptoren; big data, teil des informationsafferenten systems. das anthropozänische zeitalter erzeugt durch seinen überhang an produktiver einwirkung auf die umwelt einen bedarf an angepasster sensorik. Will eines die Freiheit im anthropozänischen denken, so muss dieses denken die verknüpfungen, also die rückkopplungen und schleifen auf das handeln selbst herstellen um zu begreifen. handlungen geschehen dann nicht nur, sondern sind – im gegensatz zu reflexen – zugleich im anthropozänischen bewusstsein [gaia] inhaltlich begründet.

zwei charakteristika der anthropozänsinne:

o sie setzen sich aus biologischen und technologischen welt[enti | identi]täten zusammen. offene homöostaten, als energetische übergangsstationen.

o sie nehmen gaias perspektive ein. das bedeutet sie agieren kollektiv und sind [zumindest] räumlich nicht gebunden. ihre agenten sind sich ihrer offenen beschaffenheit als teilsystem bewusst und begreifen sich als [energetische] durchgangsstationen, als übergänge, welche im ständigen austausch mit einer erweiterten welt[enti | identi]tät stehen. „to be one is always to become with many“ – akteur und damit verursacher eines zustandes x ist somit der menschakteur im netz | kollektiv. sensorik und rückkopplung von symptomen werden somit beim akteur ebenfalls im netz | kollektiv erfahren und verarbeitet.

anthropozänsinne machen eines deutlich. kulturüberkommnis durch naturbeherrschung schließt den menschen [körper] mitein. der anthropozän zielt nicht allein auf die neuerschaffung der umwelt sondern auf eine neuerschaffung seines selbst. anders betrachtet schließt die neuerschaffung der natur seine eigene automatisch mitein. die selbsterfahrung als haupteinflussfaktor auf die umwelt stellt im weiteren schritt die selbsterfahrung als haupteinflussfaktor auf sich selbst dar. der anthropozän kann sich selbst nicht mehr als natürlich im herkömmlichen sinne erfahren. er ist quell und delta des künstlichen [next|second nature].

der dampf, der kolben antrieb und somit die äußere welt stück für stück erschloss, wirkt auf ihn zurück, verändert ihn von innen heraus. wenn natur gleich kultur, so gilt auch außen gleich innen. die anthropozänsinne, sind in gewisserweise das sensorische äquivalent seiner über das handeln, in die welt gekommenen, welterzeugenden produktivkraft. diese verändert ihn in seiner verfassung und fordert eine, seiner neuerschaffung gemäßen, selbstreflexion. die werkzeuge, die somit außen eingesetzt werden sind gleichzeit werkzeuge die innerlich wirken.

– Balance
[these]der nächste tipping point, also die selbstreflexion als anthropozän samt entsprechender sinne , schließt den regelkreis und bringt gaia als homöostat wieder in balance. erst wenn der ist- wert über eine funktionale rückkopplung von anthropozän- wirken und -sensorik ermittelt wird kann von [gaianischer] balance gesprochen werden.
es geht im kern also um einen systemübergreifenden [mensch - gaia], funktionierenden regelkreis. und wie die technosphäre übergänge mit dem mensch | cyborg schafft [anthropozänsinne] die in ihm agentenhaftigkeit und zugang zur ermittlung des ist-wertes von gaia verschaffen.
die balance besteht dann im Leben in gaia.

Brüder Grimm zur “Markus Rehm Debatte”

Es war einmal ein Mann, der verstand allerlei Künste; er diente im Krieg und hielt sich brav und tapfer, aber als der Krieg zu Ende war, bekam er den Abschied und drei Heller Zehrgeld auf den Weg. “Wart”, sprach er, “das lasse ich mir nicht gefallen, finde ich die rechten Leute, so soll mir der König noch die Schätze des ganzen Landes herausgeben.” [...] Und über eine Zeit sahen sie einen, der stand da auf einem Bein und hatte das andere abgeschnallt; und neben sich gelegt. Da sprach der Herr: “Du hast dir’s ja bequem gemacht zum Ausruhen.” “Ich bin ein Läufer”, antwortete er, “und damit ich nicht gar zu schnell springe, habe ich mir das eine Bein abgeschnallt; wenn ich mit zwei Beinen laufe, so geht’s geschwinder, als ein Vogel fliegt.”

Brüder Grimm, Sechse kommen durch die ganze Welt

Energy Hack – moving power plants

Talking about energy, let’s first hear Bucky. When he was asked by a 12 year old boy, “How would you suggest solving international problems without violence? he answered: I always try to solve problems by some artifact, some tool or invention that makes what people are doing obsolete, so that it makes this particular kind of problem no longer relevant. My answer would be to develop a world energy grid, an electric grid where everybody is on the same grid.

All of a sudden there would be no problems any more, no international troubles. Our new economic basis wouldn’t be gold or dollars; it would be kilowatt hours.” (Fuller’s Earth, 1983, Richard Brenneman)

Sounds good to me, that change from dollars to kilowatt hours and I wouldn’t mind either
imagine my life standing (metaphorically) on a collective energy grid. Of course, in a way we always do that, since all is energy and all is us. Since energy is constantly changing its
form, the central question seems to center around the question: How can we access best/most efficiently the form of energy we need in that moment?

Besides the energy produced by our internal combustion system (also called digestive system), we mostly speak about electricity that drives our nowadays environment. Thus, food as an input energy for the human and electricity as an output energy for current societies seems to be important. From an energetical standpoint, ensuring access to food and availability to electricity are probably the two energetic forms bearing most power on earth (and power in a hierarchical societal system of course always means potential for conflicts).

So, to make the long story short – we as society should (especially) care about these two forms of energies in the hand of all of us.

The following is an idea of how to decentralize (electrical) energy production. It basically is
a mere derivation from the most prevailing output energy form of humans (kinetic energy) into the most important energy form for current societies – electricity.

Kinetic energy –> electric energy

To transform kinetic energy (movement) into electric energy, we can make use of induction!
Without going too much into detail, we can simply use a magnet and make the magnet move through some windings of a coil. The magnetic field thereby pushes out some electrones within the winded wire (coil) and thereby produces electricity. In the next step, we just have to find a way to store the produced energy. For example, we could charge a battery with it. Once the battery is full, we can talk on how to design Bucky’s electric grid – “…where everybody is on the same grid”. Well maybe, “walk” on the same grid would meet it more specifically because the part of us that moves most of the time are our feet. So putting the linear generator described above into our shoes for example would enable everyone to automatically generate electricity as soon as one moves the feet. We would act as little micro energy systems – and well, moving around we do anyways…

Prototype

I already built a first prototype, based on the prinicple described above – and it works. Schematics  as well as more technical details will be added soon – I was just to enthusiastic about it and had to write it down directly… :)

Receiving phone calls through a finger

Yesterday, I received my first phone call hearing the caller speaking to me out of my left ring finger. Instead of pressing my clumpy mobile phone onto my ear, I realized it’s far more comfortable to have my finger there. Since the microphone is attached to my wrist, (the posture of) my hand is actually quite similar looking to a telephone. We germans, we always used to call mobile phones “handy”, now this totally makes sense to me.

The ways and forms we use digital technology (especially information and communication technologies) today reminds me on early analogue tool use of human. In order to go hunting you would first have to spend a week with preparing your hunting tools and make everything ready to use. Well, I don’t need a week to type in and get a message sent but still, for me it’s just annoying how we interact with technology. I need to spend way too much of my ressources just for the interaction with current human-technology interfaces.

Thus, invisibility and transparent human use of technology was also the goal for my magnetic finger call project. Using my body to communicate independently from time and space sounds quite attracting to me. The technology itself gets into the background and is used as a vehicle to extend my human/cyborg abilities. My body is literally interwoven with other bodies – the voice of the caller directly stimulates my magnetic finger and speaks to me through my body, quite awesome!

 

 

Wikipedia im Kopf

In einem Interview habe ich davon gesprochen, dass es eine Wikipedia in Zukunft vielleicht nicht mehr nur am Bildschirm vor einem betrachtet werden kann, sondern dass Wissensinhalte auf ausgelagerten Servern als integraler Bestandteil mit menschlichen Gehirnen synchronisiert werden könnten.

Die Frage daraufhin:

Braucht es nicht kristalline Intelligenz für die “Wikipedia im Kopf”? Das ist sowieso meine große Frage betreffend dieser Wissensansammlung im Körper, die ja wertlos ist ohne unsere Fähigkeit sie mit unseren Erfahrungen zu verknüpfen.

Abgesehen davon, dass “Intelligenz” so mit als das schwammigste Konstrukt überhaupt in der ganzen Psychologie gilt, muss man die Fragestellung wohl auch zuerst ein wenig aufdröseln. Wenn wir also von einer Mensch-Maschine Verschmelzung im Sinne einer kollektiven Auslagerung von Wissensbeständen sprechen, so muss erstmal geklärt werden auf welcher Ebene das Ganze stattfinden könnte. Also wie sieht die Schnittstelle zur Integration aus – diese kann auf unterster Ebene elektro-neuronal sein (also direkte Anbindung ans Nervensystem und somit ans Gehirn), sie kann aber auch über extern tragbare Devices wie zum Beispiel über Google Glass ansatzweise realisiert werden (Thad Starner erklärt das hier ganz schön).

Ich will erstmal bei dem zweiten Fall, also den extern tragbaren Devices bleiben, da sich dies momentan schon ganz gut nachvollziehen lässt. Man könnte sich also folgendes Szenario vorstellen:

Man sitzt zusammen, diskutiert ein Thema und ein intelligentes wearable verfolgt den Redefluss und blendet Zusatzinformation an geeigneten Stellen visuell ins Sichtfeld ein. Das ist gar nicht so weit entfernt von dem was viele von uns heute auch schon machen, indem sie nebenher im Gespräch auf der Wikipedia nach etwas suchen und dies dann hinterher in die Diskussion miteinbringen – nur mit dem Unterschied, dass alles in Echtzeit (also während dem Sprechen) erscheint und sofort als “eigener” Inhalt mitverwendet werden kann.

Erfolgt diese Integration also so fließend, sodass man keine extra Unterbrechung zum Nachschauen machen muss, ist zwischen kollektiv und individuell, erfahrungsbasierten Wissensinhalten (genauer Faktenwissen) von außen nicht mehr zu unterscheiden.

Im Falle von Wikipedia sprechen wir ja auch eher von Faktenwissen und nicht so sehr von prozeduralem Wissen (also, Wissen welches unseren Handlungen und Prozessen zunutze kommt). Bei Faktenwissen ist dann auch keine zwangsweise Verknüpfung mit Erfahrungen nötig (was jedoch immer von Vorteil ist). Dieses Wissen könnte über entsprechende Algorithmen, die über Spracherkennung die Kontexte der Unterhaltung erkennen, punktuell Vorschläge machen und zu einer vertiefenden Diskussion beitragen.

Kristalline Intelligenz, also die Intelligenz, die auf unseren Erfahrungen im Leben beruht und nicht als fluide Intelligenz angeboren ist, entwickelt sich ja gerade durch die Interaktion mit unserer Umwelt. Ich würde daher argumentieren, dass ausgelagertes, kollektives Faktenwissen welches nahtlos in uns integriert wird und dadurch automatisch mit den jeweiligen Kontexten verknüpft wird, als Teil einer kristallinen Intelligenz angesehen werden kann. Sie ist dann eben nicht mehr individuell, sondern kollektiv erzeugt.

 

Symbiosis

I recently moved out from the city to the countryside.
Here, houses became trees,
streets became streams,
and formerly two-legged animals, mostly became four or more-legged.

It´s kind of new for me,
but on the same time not.
I grew up like that.
But now, after living years in cities,
it seems like, I re-discover that world from a new perspective.

I think, I´m still in an assimilation phase,
my mind is constantly transferring city life concepts to my current surrounding.
When I get to see an anthill for example,
I automatically think of the turkish market at Maybachufer in Berlin.

anthill

My yesterday´s walk was full of what I would call “symbiosis”.
Walking through the forest, I was fascinated by the growing together of different life-forms.
Cuddling, I realized, happens not only on park benches,
but also between trees.

beech-spruce

The couple above is one out of many.
I call it “multi-natural” love.
It shows that also trees don´t make a difference between skin colours.
Again, please excuse my constant anthropomorphising,
but these are my first days here.

Symbiosis here,
doesn´t need to be always as romantic as with the last couple.
In principle, growth, and steady renovation is in the foreground.
That includes that the fall-down of one,
on the same time means the birth and nutrient medium for the other.

The inappropriate separation of destruction and renovation,
of the inside and the outside,
the importance of situatedness,
and the dependence of the point of perspective,
shows the fellow on the next picture.

baum-aussen

Setting the anchor on that tree,
Its skin and form shows destruction and decay from the “outside”.
a change of perspective however,
an inside-view,
shows how death on one side turns into life and living ground on the other side.

baum-innen

Symbiosis creates entirely new appearances.
It is, where necessity turns into beauty.
Using the rotten buddy to reach for sunbeams,
The snapped off spruce is being converted into a beautiful palm.

Baum_Palme-ganz          Baum_Palme-krone

Want a tattoo?
sure, you´ll get it.

wood-efeu2          wood-efeu3

Want some funky body modifications?
sure, no problem either.

tree-mushrooms-ausschn          tree-mushrooms-hang   tree-mushrooms-kleinstumpf          tree-mushrooms-stumpf2

 

Symbiosis, as species interactions,
need time to find the right form of exchange.
Symbiosis doesn´t make a difference of organic and anorganic,
of culture and nature.

cable-wood          cable-wood-human

Symbiosis, seen as different life-forms growing together,
as an ambivalent fact, depending on the viewpoint,
overcomes the concept of life and death,
bears beauty inside,
gives rise to new forms of living and growth,
and puts the focus away from the outside shell,
back onto what drives the exchange from the inside,
the life substance.