Mensch-Maschine Brücken und Neuro-Enhancement

Letzte Woche fand der 13. Bundeskongress politische Bildung statt. Neben einzelnen Sektionen, die jeweils aktuellen Themen der politischen Bildung gewidmet waren, wurden ebenfalls eine Reihe interessanter Workshops angeboten.

Ich hatte mich sehr über eine Einladung als Referent der Sektion “Leistungskörper” für die Leistungsgesellschaft? Der getunte Mensch gefreut (Link zu meinem Thesenpapier). Moderiert von Jürgen Wiebicke, diskutierte ich zusammen mit Dr. Dimitris Repantis von der Charité (Autor des Neuro-Enhancement Memorandum), Dr. Wiebke Rögener-Schwarz von der TU Dortmund (Autorin des Buches “Hyper Hirn”) und Dr. Roland Kipke von der Universität Tübingen. Der Inhalt unseres Gesprächs drehte sich verstärkt um die ethischen Fragestellungen rund ums Neuro-Enhancement, sowie im weiteren Sinne um Human Enhancement (hier eine Zusammenfassung der Diskussion von der Bundeszentrale für politische Bildung).

Im Folgenden dazu mein Eingangsstatement, welches ich auf dem Kongress vorgetragen hatte:

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Leistungskörper und Enhancement – um in die Thematik einzusteigen, möchte ich zwei einführende Beispiele anhand von Oscar Pistorius und Dick Cheney geben.

Oscar Pistorius wurden mit 11 Jahren beide Beine abgenommen. Mit dem Ziel ein möglichst „normales“ Leben zu führen bekam er zwei Prothesen und trug diese wie andere Kinder Schuhe und Hosen tragen.

In seiner Autobiographie beschreibt er wie er in früher Kindheit mit seinem Bruder GoKart Fahrten unternahm und sein Bruder, wenn es gefährlich wurde, kurzerhand seine Prothesen schnappte und als Bremsklötze benutzte.

Was also ursprünglich als medizinischer Behelf gedacht war, ist im Spiel der Jungen bereits zum Enhancement geworden – denn nur über das starke Abbremsen mit Hilfe der Prothesen konnten überhaupt erst schnelle Geschwindigkeiten erreicht werden.

Auch Dick Cheney, der unter Bush Vizepräsident der USA war, hat sich über einen medizinischen Eingriff einen künstliche Pumpe mit Spenderherz einsetzen lassen. Dieser Eingriff der ein erkranktes Organ durch ein Künstliches (zumindest die Pumpe) ersetzt hat folgt dem medizinischen Imperativ, demzufolge Menschen wieder auf „Normalzustand“ wiederhergestellt werden sollen. Medizinische Eingriffe wie beispielsweise der Ersatz durch ein künstliches Organ birgt jedoch auch immer schon wieder Verbesserungen in sich. Höhere mechanische Stabilität, längere Lebensdauer sind dabei nur zwei Merkmale, die inhärent auch in der Medizin – gewollt oder ungewollt – gemacht werden.

Eine definitive Grenzziehung zwischen Therapie/Medizin und Enhancement lässt sich nicht machen. Technische Verbesserungen schleichen sich bereits in die heilende Praxis notwendig mitein.

Mir geht es daher weniger von Grenzen zwischen Mensch und Technik zu sprechen als vielmehr den Fokus auf die „Brücken“ zu legen. Die Brücken, die das Dazwischen regeln und Übersetzungsprozesse zwischen Mensch und Technik behandeln.

Wie sehen die Mensch-Maschine Brücken der Zukunft aus?

Welche Aufgabenverteilung zwischen Mensch und Maschine entstehen und welche Potentiale ergeben sich für diese Verknüpfungen von Biologie und Technologie?

Wie können wir als Gesellschaft bestmöglich an der Konstruktion gemeinschaftlich teilnehmen?

Welche Werte bilden das Fundament dieser Bio-technologischen Brücken – oder anders ausgedrückt – zukünftiger sozialer Beziehungen.

Donna Haraway hat hierzu in ihrem Cyborg Manifesto einen zentralen Satz gesagt:

„Gesellschaftliche Wirklichkeit, d.h. gelebte soziale Beziehungen ist unser wichtigstes polititsches Konstrukt, eine weltverändernde Fiktion“.

Dabei ist wichtig zu sehen, dass soziale Beziehungen mit Hilfe von neuen Medien und Technologien sowohl zeitlich als auch räumlich entkoppelt sind.

Teile dieser sozialen Beziehungen finden virtuell, z.B. auf Plattformen statt, nehmen neue Kommunikationsformen an – eine Vielzahl von tragbaren Geräten und technischer Assistenzsysteme liefern die Infrastruktur dazu.

Mensch-Maschine Brücken bilden also nicht nur Brücken zur Mensch-Technik Kommunikation sondern dienen auch zur Brückenbildung zwischen Menschen. Ein entscheidendes Kriterium, der neuen aufkommenden Mensch-Technik Brücken ist, dass sie in zwei Richtungen begehbar sind. Sie kommunizieren sowohl von Mensch zu Technik als auch von Technik zu Mensch – und das z.T. in sehr direkter Weise.

Während bisherige Werkzeuge also vorrangig das Ziel des Menschen hatten auf seine externe Umwelt einzuwirken, haben die neuen Werkzeuge sehr direkte Wege auf den Menschen zurückzuwirken.

Die Technik besitzt dabei neben Sensoren auch immer mehr Aktuatoren bzw. Stimulatoren, die ein direktes Feedback für den Menschen ermöglichen. Diese Brücken haben das Ziel einen geschlossenen Kreislauf zwischen Mensch und Maschine herzustellen.

Die direkteste Form dieser Art von Rückmeldung von Technik auf den Menschen ist wohl die Stimulation von menschlichem Nervensystem bzw. Gehirn.

Neuro-Enhancement stellt dabei begrifflich mit dem Wort „Enhancement“ die Verbesserung gegenüber einem vorherigem Ausgangszustand in den Vordergrund.

Im Sinne des eben genannten geschlossenen Kreislaufs (Kybernetik), würde ich jedoch die verschiedenen Stimulationsarten des menschlichen Nervensystems nicht prinzipiell als Verbesserung ansehen sondern erst einmal wertneutral, als technische Einwirkung bzw. Rückmeldeform von Technik zum Menschen (ich möchte mich hier erstmal weniger auf das pharmakologische Neuro-Enhancement sondern vielmehr auf Neuro-Enhancement über tragbare/implantierte Brücken/Interfaces (z.B. tDCS , TMS etc.) beziehen).

Erst die Motivationen, die ich mit Neurostimulatoren verbinde, ja erst die konkreten Zwecke die ich damit verfolge (z.B. ein hierarchisches Höherstellen ggü. Mitmenschen, aufgrund erhöhter kognitiver Leistung) sind ausschlaggebend für eine Diskussion bzw. einer gesellschaftlichen Übereinkunft.

Dies macht deutlich, dass die Neuro-Enhancement Debatte keine vorrangig technische sondern stark gesellschaftlich bzw. die gesellschaftlichen Werte orientierte Diskussion ist.

Abschließend möchte ich drei Punkte aufzeigen, die mir bei dieser Diskussion zentral sind.

1. Die Frage des Zugangs zu diesen Mensch-Technik Brücken

2. Neben dem Zugang die Gestaltung der Brücken

3. last but not least eine Wertediskussion, die auf breiter gesellschaftlicher Ebene stattfinden muss

zu 1.: Frage des Zugangs

Es geht also um die Frage „Wie bauen wir eine Grundstruktur für gleichberechtigten Zugang zu den neuen Werkzeugen auf?“

Ich will hier den Gedanken der Plattform an erster Stelle setzen. Es geht um die Errichtung sowohl virtueller also auch physikalischer Plattformen, die eine durchgängige Partizipation der Gesellschaft an Diskussions,- Entwicklungs- und Umsetzungsgedanken beinhaltet.

Diese Plattformen müssen jedem zugänglich, also prinzipiell offen und frei verfügbar sein. Das Ziel ist eine aktive Ideenverbreitung- und teilung, anstelle von geschützter IP und proprietärem Wissen. Ein solcher Plattformgedanke war ebenfalls die Grundidee des Cyborgs e.V., den Verein den ich zusammen mit einer Gruppe von Leuten in Berlin gegründet habe.

Zu 2.: Gestaltung der Brücken

Denn was nutzt mir der Zugang zu Werkzeugen wenn ich nicht weiß wie ich diese bedienen soll und was sie für nachgelagerte Auswirkungen auf mich und meine Umwelt haben.

Es geht also darum auch hoch komplexe technische Systeme und Infrastrukturen für Laien zugänglich und verständlich zu machen, sodass eine mündige Teilnahme an dieser Mensch-Maschine Gesellschaft überhaupt erst möglich wird. Es braucht hierzu Vermittlungswerkzeuge – diese machen die Brücken erst „mündig begehbar und nutzbar“. Sie sehen daher nicht wie eine 96 seitige AGB von Apple aus sondern haben den Zweck virtuelle hoch komplexe Vorgänge auf intuitiv verständliche Module runterzubrechen, verständlich zu machen und teils in physikalischen Objekten wieder greifbar zu machen. Internet der Dinge und Physical Computing sind hier zwei Stichworte, die meiner Meinung nach in Zukunft sehr hohes Potential zur Brückengestaltung bieten.

3.: Wertediskussion

Als dritten Punkt – last but not least – das Anstoßen einer Wertediskussion für eine gleichberechtigte Mensch-Maschine Zukunft. Es geht also um nichts weniger als das grundsätzliche Hinterfragen des kapitalistischen Fortschrittsgedanken und damit der technischen Ausstattung des Körpers mit dem Hauptzweck in einer neoliberalen Gesellschaft mithalten zu können.

Denn, Technik sollte dem Fortschritt & Wachstum des Menschen und nicht des Systems dienen.

Anstatt gleichgeschalteten Leistungskörper- und geistern weitere Unterstützung zu geben, sollten die neuen Werte weniger wettbewerbs- und hierarchieorientiert sein sondern vielmehr in einem humanistischen Sinne, spezifische Talentförderung mit neuen Mensch-Maschine Brücken darstellen. Diversität und Erweiterung der menschlichen Wahrnehmung stehen hier im Vordergrund.

 

 

Der kybernetische Anthropozän in Gaia

_- Disbalance
hier ist [ziemlich] etwas außer balance. insgesamt, global – kosmisch trau ich mich nicht zu sagen. keine zwei waagschalen von denen eine nach unten, die andere das proportional entsprechende stück nach oben hängt.

so einfach ist es nicht.

es ist nicht simpel, nicht kompliziert – es ist komplex. und dennoch offensichtlich.

ob nun genius malignus, matrix, simulation, determiniertheit, freiheit und all das weitere gedankliche gespiel – tief drin liegt der wunsch nach dem großen sprung. der große sprung aus sich heraus, ja über sich hinaus.

kulturüberkommnis durch naturbeherrschung. totalkontrolle in menschenhand.

der dampf der kolben antrieb, damit mechanische arbeit verrichtet. verpackt in eine hülle, war die maschine mit dampf die hand die hunderte von spindeln zur gleichen zeit schwirren lässt, der fuß der räder schneller drehen lässt als füße sich bewegen können sowie der arm welcher den berg zum rohstoff werden lässt.

der der schneller spindelt, fester tritt und mehr vom berg holt – hat gewonnen [renn schneller!]. so geht das spiel jetzt. optimierung des systems bedeutet optimierung der hände, füße und arme – der ausgelagerten körper, die spindeln, treten und wasser schaufeln. maschine mit dampf, bandmaschine die fließt, maschine die rechnet – kulturüberkommnis durch naturbeherrschung.

[Holo-->] Anthropozän | vom ganzen zum menschen.
die maschine ist gewachsen. einseitig gewachsen. einseitig deswegen weil aktuatoren vor rezeptoren stehen. es geht darum auf die welt einzuwirken,
nicht um sie wahrzunehmen. der alte kampf um beherrschung – kulturüberkommnis durch naturbeherrschung.

die erweiterung des menschen in die welt hinein. so weit, dass nicht mehr zwischen nicht- menschlich oder nicht-menschgemacht und menschlich oder menschgemacht unterschieden werden kann. kultur[überkommnis] ist gleich natur[beherrschung].

kausalketten sind angestoßen und ja, es wird komplex.

ein paar symptome des menschlichen einwirken auf die umwelt, zusammengestellt von peter haff:

# exploitation of a large fraction of the Earths land surface for human purposes, 38% of which was agricultural land in 2009 (–>FAO 2011)
# fixation of more athmospheric nitrogen than fixed by all natural terrestrial processes (–>Vitousek et al 1997)
# appropriation of terrestrial organic material equivalent to 40% of net primary production
# extinction of biological species, which, at the current rate exceeds that leading up to the big five mass extinction events of geological history (occurring at the end of the Ordovician, Devonian, Permian, Triassic and Creatceous periods) (–>Barnosky et al 2011)
# interception by dams of 25-30% of global sediment load (–>Vorosmarty et al 2003)
# impoundment of up to 15% of global runoff (–>Nilsson et al 2005)
# consumption of energy at c.20% of the rate of photosynthetic energy flow through the biosphere (–>Sassoon et al 2009)
# expectation of continuated change in Earth function as a consequence of human activity (–>IPCC 2007)
# further warming of the atmosphere
# shifts in the geographical distribution of species
# continued recession of glaciers
# melting of permafrost
# vanishing of late summer Arctic sea ice
# continued sea-level rise

[krankheits]symptome werden über rezeptoren erkannt. schmerzfrei ist dabei jenes, welches keine rezeptoren für den schmerz entwickelt. schmerzfrei ist ebenso jenes, welches zwar rezeptoren für den schmerz besitzt diese information aber nicht weitergeleitet bekommt. schmerzfrei ist letztlich genauso jenes, welches rezeptoren besitzt, schmerzinformation weiterleitet, jedoch kein subjektives empfinden für schmerz entwickelt. es sind diese drei prinzipiellen stufen des

- sensorischen wahrnehmens
- der weiterleitung
- des verarbeitens und eingliederung in ein bewusstsein |> verantwortung als agent

welche die grundvoraussetzung für eine regelung und damit linderung des schmerzes sind. wenn diese afferente bahn als rückkopplung fehlt, wird kein schmerz empfunden. kein schmerz?, klingt gut. der tod kommt dann jedoch auch recht überraschend schnell und vorherige maßnahmen ihn hinauszuzögern oder gar abzuwenden sind nicht möglich. die fähigkeit schmerz zu empfinden ist also lebensnotwendig. er [der Schmerz] ist teil eines regulierungsystems, genannt homöostat. fehlt dem homöostat die [negative] rückkopplung schaukelt er sich hoch und stirbt.

rezeptoren, weiterleitung und verarbeitung [im sinne einer zuordnung zu einem agenten, der als verantwortlicher in frage kommt] sind voraussetzung um den ist-wert festzustellen, der im folgenden mit dem soll-wert abgeglichen wird. die differenz ist dann wiederum das maß für die rückkopplung welche jeder homöostat benötigt; nenne er sich anthropos, biosphäre [gaia] oder techné. – balance

rezeptoren des menschlichen körpers sind über axone direkt mit der verarbeitungseinheit verbunden. aktionspotenziale, die informationsträger der körperrezeptoren stellen eine direkte zuordnung zwischen stimuliertem rezeptor und einer welt[enti | identi]tät dar. die direkte zuordnung von sensorik und der entsprechenden motorik | „sich in der welt bewegen“ erzeugt wahrnehmung und kybernetische Informationsverarbeitung | closed loop, hard wired.

rezeptoren des anthropozänischen körpers sind systemisch entkoppelt von ihrer welt[enti | identi]tät. die informationsträger der rezeptoren sind multimedial, dezentral verteilt und stellen eine neue dimension aus menschensicht dar. die neue dimension legt ihren anker nicht im menschen sondern in gaia.

die disbalance des anthropozänischen körpers ist tiefgreifend. auf den drei stufen der afferenten anthropozänischen körperbahn, kann eines folgendes analysieren.

sensorisches wahrnehmen | rezeptorebene.
es betrifft das internet der dinge und körper. biologische rezeptoren gepaart mit sensorik [eingebettete systeme] konstituieren die erste stufe der vorherig beschriebenen voraussetzung zur ermittlung des ist-wertes und somit zur ermittlung des nötigen maßes zu einer rückkopplung
[normativ vorgegebene soll-werte werden hier zunächst außer betracht gelassen].
: grundstruktur im aufbau

weiterleitung | informationsübertragung
es betrifft big data und multimediale formate. der anthropozänische körper hat im vergleich zum menschlichen nicht nur aktionspotentiale die in axonen wandern, also unimediale weiterleitung, sondern ist medial offen. dies betrifft sowohl die mediale codierung [analog & propositional] als auch die mediale dimension.
: grundstruktur im aufbau

anthropozänische agentenhaftigkeit
es betrifft das individuum als agierender teil eines weiteren netzwerkes. es betrifft hier genauer, das überkommen von einer dualen vorstellung zwischen einer individuellen welt[enti | identi]tät die abgetrennt von einer umgebenden welt[enti | identi]tät steht. es ist die fähigkeit zur systemübergreifenden rückkopplung.
: hierfür sind anthropozänsinne voraussetzung

O Gaia

oo Anthropozänsinn
die sinne des anthropozäns sind die sinne gaias. das individuum, eine kognitive einheit der technosphäre, zusammen als teil der biosphäre. eingebettete systeme, also sensorik und aktuatorik, sind teil der sedimentschicht die es gerechtfertigt den anthropozän als geologische epoche anzusehen. sie sind jedoch auch als sinnesapparat zu verstehen. was wir das internet der dinge nennen ist die anfängliche ausbildung von gaias sinnenesrezeptoren; big data, teil des informationsafferenten systems. das anthropozänische zeitalter erzeugt durch seinen überhang an produktiver einwirkung auf die umwelt einen bedarf an angepasster sensorik. Will eines die Freiheit im anthropozänischen denken, so muss dieses denken die verknüpfungen, also die rückkopplungen und schleifen auf das handeln selbst herstellen um zu begreifen. handlungen geschehen dann nicht nur, sondern sind – im gegensatz zu reflexen – zugleich im anthropozänischen bewusstsein [gaia] inhaltlich begründet.

zwei charakteristika der anthropozänsinne:

o sie setzen sich aus biologischen und technologischen welt[enti | identi]täten zusammen. offene homöostaten, als energetische übergangsstationen.

o sie nehmen gaias perspektive ein. das bedeutet sie agieren kollektiv und sind [zumindest] räumlich nicht gebunden. ihre agenten sind sich ihrer offenen beschaffenheit als teilsystem bewusst und begreifen sich als [energetische] durchgangsstationen, als übergänge, welche im ständigen austausch mit einer erweiterten welt[enti | identi]tät stehen. „to be one is always to become with many“ – akteur und damit verursacher eines zustandes x ist somit der menschakteur im netz | kollektiv. sensorik und rückkopplung von symptomen werden somit beim akteur ebenfalls im netz | kollektiv erfahren und verarbeitet.

anthropozänsinne machen eines deutlich. kulturüberkommnis durch naturbeherrschung schließt den menschen [körper] mitein. der anthropozän zielt nicht allein auf die neuerschaffung der umwelt sondern auf eine neuerschaffung seines selbst. anders betrachtet schließt die neuerschaffung der natur seine eigene automatisch mitein. die selbsterfahrung als haupteinflussfaktor auf die umwelt stellt im weiteren schritt die selbsterfahrung als haupteinflussfaktor auf sich selbst dar. der anthropozän kann sich selbst nicht mehr als natürlich im herkömmlichen sinne erfahren. er ist quell und delta des künstlichen [next|second nature].

der dampf, der kolben antrieb und somit die äußere welt stück für stück erschloss, wirkt auf ihn zurück, verändert ihn von innen heraus. wenn natur gleich kultur, so gilt auch außen gleich innen. die anthropozänsinne, sind in gewisserweise das sensorische äquivalent seiner über das handeln, in die welt gekommenen, welterzeugenden produktivkraft. diese verändert ihn in seiner verfassung und fordert eine, seiner neuerschaffung gemäßen, selbstreflexion. die werkzeuge, die somit außen eingesetzt werden sind gleichzeit werkzeuge die innerlich wirken.

– Balance
[these]der nächste tipping point, also die selbstreflexion als anthropozän samt entsprechender sinne , schließt den regelkreis und bringt gaia als homöostat wieder in balance. erst wenn der ist- wert über eine funktionale rückkopplung von anthropozän- wirken und -sensorik ermittelt wird kann von [gaianischer] balance gesprochen werden.
es geht im kern also um einen systemübergreifenden [mensch - gaia], funktionierenden regelkreis. und wie die technosphäre übergänge mit dem mensch | cyborg schafft [anthropozänsinne] die in ihm agentenhaftigkeit und zugang zur ermittlung des ist-wertes von gaia verschaffen.
die balance besteht dann im Leben in gaia.

Brüder Grimm zur “Markus Rehm Debatte”

Es war einmal ein Mann, der verstand allerlei Künste; er diente im Krieg und hielt sich brav und tapfer, aber als der Krieg zu Ende war, bekam er den Abschied und drei Heller Zehrgeld auf den Weg. “Wart”, sprach er, “das lasse ich mir nicht gefallen, finde ich die rechten Leute, so soll mir der König noch die Schätze des ganzen Landes herausgeben.” [...] Und über eine Zeit sahen sie einen, der stand da auf einem Bein und hatte das andere abgeschnallt; und neben sich gelegt. Da sprach der Herr: “Du hast dir’s ja bequem gemacht zum Ausruhen.” “Ich bin ein Läufer”, antwortete er, “und damit ich nicht gar zu schnell springe, habe ich mir das eine Bein abgeschnallt; wenn ich mit zwei Beinen laufe, so geht’s geschwinder, als ein Vogel fliegt.”

Brüder Grimm, Sechse kommen durch die ganze Welt

Energy Hack – moving power plants

Talking about energy, let’s first hear Bucky. When he was asked by a 12 year old boy, “How would you suggest solving international problems without violence? he answered: I always try to solve problems by some artifact, some tool or invention that makes what people are doing obsolete, so that it makes this particular kind of problem no longer relevant. My answer would be to develop a world energy grid, an electric grid where everybody is on the same grid.

All of a sudden there would be no problems any more, no international troubles. Our new economic basis wouldn’t be gold or dollars; it would be kilowatt hours.” (Fuller’s Earth, 1983, Richard Brenneman)

Sounds good to me, that change from dollars to kilowatt hours and I wouldn’t mind either
imagine my life standing (metaphorically) on a collective energy grid. Of course, in a way we always do that, since all is energy and all is us. Since energy is constantly changing its
form, the central question seems to center around the question: How can we access best/most efficiently the form of energy we need in that moment?

Besides the energy produced by our internal combustion system (also called digestive system), we mostly speak about electricity that drives our nowadays environment. Thus, food as an input energy for the human and electricity as an output energy for current societies seems to be important. From an energetical standpoint, ensuring access to food and availability to electricity are probably the two energetic forms bearing most power on earth (and power in a hierarchical societal system of course always means potential for conflicts).

So, to make the long story short – we as society should (especially) care about these two forms of energies in the hand of all of us.

The following is an idea of how to decentralize (electrical) energy production. It basically is
a mere derivation from the most prevailing output energy form of humans (kinetic energy) into the most important energy form for current societies – electricity.

Kinetic energy –> electric energy

To transform kinetic energy (movement) into electric energy, we can make use of induction!
Without going too much into detail, we can simply use a magnet and make the magnet move through some windings of a coil. The magnetic field thereby pushes out some electrones within the winded wire (coil) and thereby produces electricity. In the next step, we just have to find a way to store the produced energy. For example, we could charge a battery with it. Once the battery is full, we can talk on how to design Bucky’s electric grid – “…where everybody is on the same grid”. Well maybe, “walk” on the same grid would meet it more specifically because the part of us that moves most of the time are our feet. So putting the linear generator described above into our shoes for example would enable everyone to automatically generate electricity as soon as one moves the feet. We would act as little micro energy systems – and well, moving around we do anyways…

Prototype

I already built a first prototype, based on the prinicple described above – and it works. Schematics  as well as more technical details will be added soon – I was just to enthusiastic about it and had to write it down directly… :)

Symbiosis

I recently moved out from the city to the countryside.
Here, houses became trees,
streets became streams,
and formerly two-legged animals, mostly became four or more-legged.

It´s kind of new for me,
but on the same time not.
I grew up like that.
But now, after living years in cities,
it seems like, I re-discover that world from a new perspective.

I think, I´m still in an assimilation phase,
my mind is constantly transferring city life concepts to my current surrounding.
When I get to see an anthill for example,
I automatically think of the turkish market at Maybachufer in Berlin.

anthill

My yesterday´s walk was full of what I would call “symbiosis”.
Walking through the forest, I was fascinated by the growing together of different life-forms.
Cuddling, I realized, happens not only on park benches,
but also between trees.

beech-spruce

The couple above is one out of many.
I call it “multi-natural” love.
It shows that also trees don´t make a difference between skin colours.
Again, please excuse my constant anthropomorphising,
but these are my first days here.

Symbiosis here,
doesn´t need to be always as romantic as with the last couple.
In principle, growth, and steady renovation is in the foreground.
That includes that the fall-down of one,
on the same time means the birth and nutrient medium for the other.

The inappropriate separation of destruction and renovation,
of the inside and the outside,
the importance of situatedness,
and the dependence of the point of perspective,
shows the fellow on the next picture.

baum-aussen

Setting the anchor on that tree,
Its skin and form shows destruction and decay from the “outside”.
a change of perspective however,
an inside-view,
shows how death on one side turns into life and living ground on the other side.

baum-innen

Symbiosis creates entirely new appearances.
It is, where necessity turns into beauty.
Using the rotten buddy to reach for sunbeams,
The snapped off spruce is being converted into a beautiful palm.

Baum_Palme-ganz          Baum_Palme-krone

Want a tattoo?
sure, you´ll get it.

wood-efeu2          wood-efeu3

Want some funky body modifications?
sure, no problem either.

tree-mushrooms-ausschn          tree-mushrooms-hang   tree-mushrooms-kleinstumpf          tree-mushrooms-stumpf2

 

Symbiosis, as species interactions,
need time to find the right form of exchange.
Symbiosis doesn´t make a difference of organic and anorganic,
of culture and nature.

cable-wood          cable-wood-human

Symbiosis, seen as different life-forms growing together,
as an ambivalent fact, depending on the viewpoint,
overcomes the concept of life and death,
bears beauty inside,
gives rise to new forms of living and growth,
and puts the focus away from the outside shell,
back onto what drives the exchange from the inside,
the life substance.

 

 

Die Poesie des Dazwischen

Geburtstagsfeier, Samstagabend, kurzer Blick auf die Uhr – ich bin zu spät. Kurz zum Späti um die Ecke, der Bio Rotwein im weißen Blechregal lacht mich schon an. Am Zielort angekommen ist die Küche schon vollbesetzt, ich schnapp mir also den Klappstuhl im Flur und setz mich schön mitten in die Tür. Niemand sitzt hier gerne, man versperrt den Durchgang und fühlt sich weder den Gesprächen in der Küche, noch den zufälligen Begegnungen auf dem Hausflur oder gar der anderen Räume zugehörig.

Dabei hat dieses sich dazwischen Befinden auch seine Vorteile, ja ist vielleicht sogar das Spannendste überhaupt wenn man sich drauf einlässt – mehr dazu nun im folgenden Artikel.

Der Mensch, der binäre Denker, hält sich nun mal nicht gern in unklaren Zwischenräumen auf sondern fühlt sich wohler in klar abgegrenzten Räumen und Begriffen. Die menschliche, verbale Kommunikation mit ihrem begrenzten Wortschatz trägt diese Notwendigkeit schon in sich selbst. Sie stellt, ebenso wie alles andere menschlich empfangbare nur eine Approximation der Wirklichkeit dar. Das binäre Denken, das Denken in Gegensätzen, stellt somit auf erste Sicht eine Bedingung für den Menschen dar, um die Komplexität der Umwelt auf ein Maß und eine Struktur zu reduzieren, dass wir uns unsern Reim draus bilden können.

Um auf der Slackline des Lebens zu balancieren, so scheint es, brauchen wir diese Gegensätze, die uns Abwägungen und Entscheidungen zum Einen oder zum Andern erst ermöglichen.

Die Schwammigkeit und Unklarheit des Zwischenbereichs jedoch, gilt es zu meiden. Das was zwischen den gedachten Polen liegt, stellt das unbeherrschbare Chaos, das Unausdrückbare und nicht Greifbare dar. Bedingt durch seine unstete, nur relativ betrachtbare Natur ist das Dazwischen nur schwer vermittel- und begreifbar. Es ist wohl genau diese deterministische Anarchie, die den Zauber des Dazwischen, der Schnittstelle ausmacht.

Sichten auf das Dazwischen

Ohne eine kulturelle Verallgemeinerung anzustreben, möchte ich dennoch im Folgenden, im Sinne der Wortherkunft, drei verschiedene Sichtweisen auf das Dazwischen erläutern.

Das im letzten Absatz bereits eingeführte Wort „Schnittstelle“ bezeichnet im Deutschen den Zwischenbereich um den es im vorliegenden Artikel geht. Dieses Wort besteht zunächst aus zwei Teilen – dem Schnitt und der Stelle. Einen Schnitt zu machen bedeutet, ein vorher Ganzes in Teile zu zerlegen. Mit dem Schnitt geht also immer auch eine Teilung oder eine Trennung einher. Der zweite Teil, die Stelle, drückt ein spezifisch lokalisierbaren Teil des Ganzen aus. Die Stelle beinhaltet dabei eine gewisse nicht-Beliebigkeit sondern wird gezielt unter all den andern Stellen ausgewählt. Die Schnittstelle, so könnte man folgern, fokussiert auf eine gezielte Trennung eines Ganzen.

Als zweite Erläuterung des Dazwischen, möchte ich die englische Übersetzung der Schnittstelle hernehmen – das „Interface“. Wieder haben wir es streng genommen mit zwei Wörtern zu tun – Inter und face. Entsprechend der lateinischen Wortherkunft lässt sich dabei das inter mit „zwischen“ und face bzw. facies mit „Aussehen“ übersetzen. Das Interface an sich bezieht sich hier also auf das Aussehen oder auch die Form des Dazwischen. Es nimmt dadurch, verglichen mit dem stark trennenden Merkmal der deutschen Schnittstelle einen eher neutral, beschreibenden Standpunkt ein.

Neben der deutschen und englischen Betrachtung, soll nun auch noch eine dritte, eine etymologische Sicht der persischen Übersetzung dienen – dem „barkhord“. Eine wortwörtliche Übersetzung käme dem deutschen Wort „Zusammenstoß“ sehr nahe.

Während bei der Schnittstelle das Trennende betont wird, meint der Zusammenstoß das Verbindende – ein Perspektivwechsel um 180 Grad.

Der wortwörtliche Umgang verschiedener Kulturen mit dem Dazwischen, zeigt grundsätzliche Unterschiede auf. Während im Deutschen die Betonung auf dem Trennenden liegt, bezieht sich das Englische auf den Kern, das Aussehen bzw. die Form des Dazwischen. Demgegenüber, stellt die persische Sicht eine der deutschen entgegengesetzte Perspektive dar. Sie betont das verbindende Element des Dazwischen und bezieht somit einen eher konnektivistischen Standpunkt eines beliebigen Gesamtsystems. Offensichtlich beschreiben diese drei exemplarisch dargestellten Perspektiven, ein und Dasselbe – eben nur aus verschiedenen, kulturell bedingten Blickwinkeln.

Um der Natur der Schnittstelle auf die Schliche zu kommen bzw. die tieferliegenden Gemeinsamkeiten der eben genannten Perspektiven herauszuarbeiten ist eine abstrahierte Sicht wohl unumgänglich.

Der Versuch, die Schnittstelle dabei zu lokalisieren, sie abzugrenzen scheint aus ihrer Natur heraus zum Scheitern verurteilt. Sie entzieht sich dem menschlich üblichen Denken in Gegensätzen und lebt aus dem Dazwischen. Sie definiert sich dabei unterschiedlich, abhängig von dem Abstraktionslevel, dem Maßstab den man an sie anlegt. Sie agiert auf allen Dimensionen und lässt Kategorien und Elemente in sich verschmelzen. Die Frage nach der Natur der Schnittstelle müsste sich also vielmehr darum drehen, ob es außer Schnittstellen noch etwas anderes gibt, da wir nun mal in einem ständigen Flux, in stetiger Veränderung leben. Dort wo Austausch stattfindet, dort gibt es auch Schnittstellen. Sei es auf molekularer Ebene oder zwischen dem Finger und dem Smartphonescreen – also immer nur eine Frage des angelegten Maßstabs. Es ist dann auch einsehbar, dass das Dazwischen nur mithilfe der Zeitdimension überleben kann, der Austausch kann nur über die Zeit passieren. In diesem stark prozessualen Charakter liegt wohl auch ein Großteil ihrer Identität vergraben, die Algorithmen und Gesetze die sie antreibt bestimmen ihre Persönlichkeit. Das anfänglich beschriebene Chaos des Dazwischen ist daher ein stark deterministisches System, die Schnittstelle nichts weiter als der total ergebene Diener seiner zugrundeliegenden, kausalen Strukturen.

Die Schnittstelle handelt also immer nur innerhalb eines Gesamtsystems, ist damit dem jeweils übergeordneten System unterstellt und agiert als eine Art Vermittler. Die Vermittlungsleistung bezieht sich dabei auf jegliche Energiezustände, die sie in die Hände bekommt. Bedingt durch ihre deterministischen Strukturen wandelt sie die Zustände um und erschafft dadurch Neues. Dieses charakterliche Merkmal, welches das Erschaffen in den Vordergrund rückt, zeigt die Poesie (griechisch „poiesis, „Erschaffung“) der Schnittstelle.

Die Poesie des Dazwischen

Wer also die Poesie sucht, sollte sich auf die Zwischenbereiche konzentrieren. Die Übersetzung und damit Kommunikationsbedingung für verschiedene Energiezustände findet im Dazwischen statt. Dort wo die Grenzen zu Brücken, die Trennung zu Verbindung verschmilzt wird der Tanz des Neuen vollzogen. Das was nach außen als pure Magie erscheint, macht ihr Wesen aus und entsteht aus den jedoch wohl gar nicht so magischen festen Regeln und Gesetzen. Die Verwandlung die sich in den Zwischenräumen vollzieht, die unendlich vielen Formen („facies“) die in die Zwischenräume fließen und aus ihr herauskommen, sie begründen die Quelle der Poesie des Dazwischen.

Zwischen Mensch und Maschine

Ausgehend von diesem poetischen, erschaffenden Charakteristikum der Schnittstelle, soll nun ein Abstraktionssprung gewagt werden, welcher das Dazwischen zwischen Mensch und Maschine beleuchtet. Der Durchsetzung der Schnittstelle auf allen Ebenen geschuldet, ist der Mensch nun auch ein komplexes Teilsystem, bestehend aus Schnittstellen. Dies menschliche Teilsystem, bestehend aus Organen, Informationsleiterbahnen, neuronalen Aktivitätspotentialen und vielen weiteren Subsystemen und Kommunikationsvernetzungen besteht wie seine erweiterte Umwelt aus einem System bestehend aus Schnittstellen. Nimmt man also die Sicht des Dazwischen ein, macht die strenge Unterteilung in Körper und Außer-Körper keinen Sinn. Die Haut, die unseren Körper dabei umzieht ist wohl eine der mächtigsten, zumindest bezüglich ihrer Oberfläche, Schnittstellen überhaupt des Teilsystems Körper. Ihr daher eine trennende, vermeintlich identitätsstiftende Funktion zuzuschreiben gründet sich wohl nur auf das eingangs beschriebene binäre Denken des Menschen. Dort wo ein Innen und Außen unterschieden werden kann, nur dort kann ich mich auch selber verorten und mich identifizieren (siehe auch hier). Wird die Grenze jedoch nur als eine weitere Schnittstelle bzw. Übergang gesehen, verschwindet meine ursprüngliche Identifikationsgrundlage und ich finde meinen Körper eingebettet in einem unendlichen Meer von weiteren Schnittstellen. Meine Identität wechselt also von einem geschlossenen System zu einem offenen System, welches sich durch die Austauschplattformen definiert die ihm zur Verfügung stehen.

Diese Schnittstellen können biologischer Natur sein, wie die Rezeptoren der Haut, die Stäbchen und Zäpfchen auf der Retina oder können mit Hilfe von Technik bestehen. Das erschaffende Charakteristikum der Schnittstelle kennt keine Gegensätze sondern verwendet das zur Verfügung stehende. Die Verwendung von Technik in Verbindung mit der Biologie des Körpers, macht die Durchlässigkeit des Körpers offensichtlich. Während der biologische Körper seine Schnittstellen auf die direkt umgebenden Teilsysteme optimiert hat, bieten technische Körperschnittstellen die Möglichkeit bestehende Dimensionsgrenzen, die zumindest in der bewussten menschlichen Wahrnehmung bestehen, aufzuheben. Der Mensch ist integraler Bestandteil seiner Umwelt, er ist ein Teilsystem eines größeren Systems und definiert sich dabei auf Grundlage der ihm zur Verfügung stehenden Schnittstellen.

Sensory Augmentation Survey

4 short questions to the topic “sixth sense”. Duration ca. 4 minutes, has nothing to do with Bruce Willis and would help me a lot for my coming PhD! Thanks a lot!! would also be nice if you share it with your people

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Organprojektion nach Ernst Kapp

Ernst Kapp beweist – Karriereplaner haben unrecht wenn Sie sagen man brauche DEN roten Faden im Leben um es zu etwas zu bringen. Genau das Gegenteil – Aufgeschlossenheit für Neues, das konsequente Folgen der inneren Überzeugung sind viel größere Werte als die, die von außen vorgegeben werden. So, nur um das von Anfang an schon mal klarzustellen – das gilt wohl für Kapps Zeiten im 19ten als auch für die heutige Zeit im angehenden 21ten Jahrhundert. Zurück zum Werdegang Ernst Kapps.

Nach einem Studium der Philologie in Bonn war er als Gymnasiallehrer für Geographie und Geschichte in Hamm tätig. 1849 ist er dann nach Nordamerika übergesiedelt und hat mit dem Aufbau einer Baumwollfarm angefangen. Seine liberale Ader hat ihn wohl auch dazu gebracht sich in einer dortig ansässigen Freidenkervereinigung als Präsident zu engagieren sowie bei der Herausgabe der deutschsprachigen San Antonio Zeitung zu beteiligen.

1865 kehrte er schließlich nach Deutschland zurück und schrieb sein Buch „Grundlinien einer Philosophie der Technik“ welches dann 1877 erschien und als das erste genuin technikphilosophische Werk überhaupt gilt. Mit seiner Theorie der Organprojektion hat er nicht nur viele spätere Philosophen wie beispielsweise Gehlen beeinflusst sondern trat auch dem im 19ten Jahrhundert, cartesianisch geprägten mechanistischen Weltbild entgegen.

Kapps Theorie der Organprojektion
Zuallererst zu dem Begriff der „Organprojektion“. Leicht ersichtlich besteht dieses Wort aus zwei Einzelwörtern, dem „Organ“ und der „Projektion“. Ersteres stammt von dem griechischen „organon“ ab, welches sowohl Körperglied als auch Werkzeug bedeuten kann. Auch in der auf unsere heutige Sprache übertragenden Bedeutung wird der Begriff teilweise synonym gebraucht – bspw. „Atmungsorgan“ oder „Atmungsapparat“.

Den Begriff der Projektion verwendet Kapp aus dem Kunst- und Handwerksbereich im Sinne von Entwurf, Plan, Skizze und Nachaußensetzen. Ihm geht es hierbei um das deutlich machen, dass hier etwas von innen nach außen versetzt wird (Ernst Kapp, Grundlinien der Philosophie der Technik 1877, II, S. 30).

Klassische Organprojektion

Betrachtet man nun die menschlichen Organe im Sinne einer vorher beschriebenen Funktion, also als Körperglied und Werkzeug, so kommt einem die Hand wohl als erster offensichtlicher Teil des Körpers in den Sinn der diese Funktionen beinhaltet.

Wir liegen mit dieser Ansicht in guter Gesellschaft mit Aristoteles, der die Hand als „Werkzeug der Werkzeuge“ (Aristoteles: Bau und Leistung der Organe in: Biologische Schriften. Herausgegeben von Herrman Balss, 1943) beschreibt und sie in dreifacher Hinsicht in dieser Funktion sieht. Zum einen als angeborenes Werkzeug, dann als Vorbild für mechanische Werkzeuge und drittens in ihrer Beteiligung bei der tatsächlichen Herstellung von „stofflichen Nachbildungen“. Kapp führt im Grunde diesen Gedanken weiter und sieht daher die ersten Werkzeuge als eine Nachempfindung der Hand. So stellt der Hammer eine Projektion des Unterarmes mit geballter Faust oder die Axt als Fingernägel. Unter Benutzung der in der unmittelbaren Umgebung nächst „zur Hand“ befindlichen Gegenstände erscheinen die Werkzeuge als eine Verlängerung, Verstärkung und Verschärfung leiblicher Organe. Neben der Hand spielen jedoch auch alle weiteren menschlichen Organe eine Rolle bei der Projektion auf technische Artefakte. So stellt dieCamera Obscura eine technische Umsetzung des menschlichen Auges dar. Der Mensch in seinem Wunsch in unbegrenztem Maße auf die Umwelt einwirken zu können, so Kapp, produziert sich in seinen technischen Artefakten stetig selbst. Um dieser menschlichen „Weltbemächtigung“ Folge zu leisten entwickelt der Mensch immer komplexere, der Natur abgeschaute, technische Geräte um sich diesen Wunsch zu erfüllen. Er setzte dabei historisch gesehen zunächst im Inneren (dem eigenen Körper) an, um das Äußere (die Umwelt) zu verändern. Die klassische Organprojektion geht also von Innen nach Außen. Später wurde auch von der Außenwelt, vor allem den Tieren abgeschaut, so wurden zum Beispiel die Flügel der Vögel als Vorlage für Flugzeuge verwendet. Als Motivation galt zunächst der Grundsatz der erfinderischen Not und später der Wunsch nach immer weiterer Optimierung und neuen Möglichkeiten.

Unbewusste und umgekehrte Organprojektion

Es ist dabei keineswegs so, dass der Mensch bewusst nach Nachbildungen seiner Selbst und seiner Umgebung trachtet und dementsprechend die Technik entwickelt. Sie ist in Kapps Sinne vielmehr eine unbewusste Strömung, die den Menschen dazu veranlasst sich stetig selbst zu produzieren. Zu Kapps Zeiten ist die Dampfmaschine, die Universalmaschine die u.a. als Zug- und Lasttier arbeitet, Bücher druckt, Kabel legt usw.. Auch hier sieht er die Organprojektion verwirklicht, so greifen die unterschiedlichen Hebel und Zahnräder wie Knochen und Gelenke ineinander und die Maschine benötigt Nahrung (Kohle, elektrische Energie) um zu funktionieren – genauso wie der Mensch. Das zur Mitte des 19ten Jahrhunderts aufkommende Telegraphennetz sieht er in diesem Kontext als menschlich-organisches Nervennetz. Ein einzelner Nervenstrang gleiche dem Telegraphenkabel. „Die Nerven sind Kabeleinrichtungen des tierischen Körpers, die Telegraphenkabel sind Nerven der Menschheit! Und wir fügen hinzu, sie müssen es sein, weil das charakteristische Merkmal der Organprojektion das unbewusste Vorsichgehen ist.“ (Ernst Kapp, Grundlinien der Philosophie der Technik 1877, II, S. 79)

Mit diesem Beispiel verdeutlicht er auch, dass die Organprojektion auch umgekehrt sein kann, d.h. dass zuerst die technische Erfindung gemacht wird und dann eine Erklärung bzw. eine Projektion in Umkehr auf den Menschen bzw. die Natur gemacht wird. Ähnlich wurde in der Psychologie, Ende der 50er Jahre auch die sogenannte kognitive Wende aufgrund von metaphorischen Überlegungen zur Computertechnik ins Leben gerufen. Mit der Entwicklung der Informatik wurde das menschliche Gehirn mehr und mehr mit Computern verglichen und umgekehrt.

Kritische Würdigung

Kapp sieht den Menschen und die ihm wahrnehmbare Umwelt als Ausgangspunkt für seine Theorie der Organprojektion. „…Ausgangspunkt ist der Mensch, der ja bei Allem was denkt und tut, ohne von sich selbst abzufallen, von nichts Anderem ausgehen kann als von sich, dem denkenden und handelnden Selbst.[...] der Mensch, so weit nur immer von urältester Zeit bis zur Gegenwart Dinge mit von seiner Hand herrührender Spuren und Veränderungen für sein Dasein zeugen. Dieser nur ist der feste Punkt für den Beginn und für das Ziel alles Wissens. Zeugt er doch überall und immer für sich Selbst!“ (Ernst Kapp, Grundlinien einer Philosophie der Technik 1877, II, S.33).

Auf gewisse Weise setzt Kapp damit den Menschen und der ihm empfängliche Umwelt als Maximalmaß seiner kreativen, schöpferischen Kraft. Eine Organprojektion kann immer nur in dem Ausmaß geschehen, in welcher der Mensch sich selbst zu einer bestimmten Zeit seiner Evolution sieht. Er spricht damit implizit einer Entwicklung der Technik aus sich selbst heraus ab und setzt den Maßstab am Menschen an. Eine starke künstliche Intelligenz würde im Kapp´schen Sinne also immer auch das Ziel verfolgen uns als Menschen immer wieder zu reproduzieren und uns in dieser umgekehrten Projektion zur Selbstdeutung dienen. Der Ursprung komplexer Technik könnte jedoch vielmehr in der Beschaffenheit der Wirklichkeit liegen. Eine Wirklichkeit, die dem Menschen nicht zugänglich ist. Die Projektion von Innen nach Außen in der klassischen Organprojektion sowie die Projektion von Außen nach Innen in der Umgekehrten stellt also immer nur eine intrasystemische Projektion des Menschen (in seinem Mensch System) dar und vernachlässigt die Wirklichkeit als Gesamtsystem. Die immer weiter fortschreitende Auflösung des „inneren“ und „äußeren“ Menschen ist setzt dabei der Kapp´schen Theorie eindeutige Grenzen und zwingt zu einer umfassenderen holistischen Systemsicht.

Identitätsverständnis im Cyborg Zeitalter (Grenzentexte I)

Die Menschen bauen zu viele Mauern und nicht genügend Brücken. Diese Feststellung scheint wohl zeitlos, keinem momentanen Zeitgeist untergeordnet. Zu Zeiten Newtons, der diesen Satz Ende des 17ten Jahrhunderts fallen ließ waren Mauern als Befestigungsanlage einer Stadt noch das zentrale Abwehrmittel zum Schutz vor Angreifern.

Die Mauer als Grenze zwischen denen die innerhalb und denen die außerhalb der Mauern sind, war jedoch neben dem Aspekt des Abwehrmittels auch eine physische Errichtung mentaler Identitätsbildung. Identität als ein Konstrukt, welches auf der Unterscheidung von innen und außen beruht benötigt somit, so scheint es zumindest, die Grenze als das trennende Element. Die Grenze bildet also den Übergang, der nötig ist um dem Chaos eine Struktur zu geben. Eine Struktur, die der Mensch doch ach so dringend braucht um sich seine Existenz jeden Augenblick auf´s neue selbst zu schaffen. Wir sind nun mal kein Stein, der einfach in der Landschaft liegt und ist, sondern um zu sein müssen wir erst handeln und um zu handeln brauchen wir Struktur.

Die Identität als solches kommt also nicht mit einer wie auch immer gearteten eindeutigen Essenz, einem unveränderlichen Wesen daher, sondern ist eine konstruierte Entität. Das Individuum hat keine Identität sondern bildet sich eine – ja genauer gesagt, lässt sich eine bilden. Der Passiv des letzten Halbsatzes legt es nahe, wann immer wir von Identität sprechen meinen wir damit nicht nur das wirklich Persönliche, Eigene, sondern immer auch die Annahme von Wesensmerkmalen einer Gruppe, der bestehenden Gruppenidentität. Das Element der Fremdbestimmung und Zuschreibung der eigenen Identität schwingt damit immer mit und konstituiert eine jede Identität gewollt oder ungewollt. Die historische Evidenz der von außen bestimmten Identität hat sich beispielsweise sehr deutlich in den Anfangsjahren der UdSSR gezeigt. Damals in den frühen 20er Jahren des 20sten Jahrhunderts wurde beratschlagt wie man die vielen einzelnen zentralasiatischen Völker in einer Weise in die Union eingliedern kann um eine Identität und damit auch eine ideologische Verbundenheit zu erzeugen. Als Ergebnis der Integrationsberatungen wurden Grenzen gezogen. Was zunächst recht paradox klingt und den Leuten auch völlig artifiziell vorkam hat über die Jahre hinweg jedoch tatsächlich ein Bewusstsein jener dort lebenden Menschen entwickelt zu einer Nation zu gehören, eine Nation zu sein. Die Nation an sich und damit auch die nationale Identität sind jedoch völlig illusionäre Gedankengebäude, die von außen bestimmt und errichtet wurden um die jeweiligen Herrschaftsverhältnisse und Ideologien zu stärken. War es die UdSSR die zentralasiatische Völker zu Nationen machte, so waren es beispielsweise auch die Kolonialherren in Afrika die ohne jede Rücksicht uralter Besonderheiten mit dem Lineal gezogene Grenzen aufgrund finanzieller Interessen oder eben weil es der Kolonialbetrieb erfordert gezogen haben.

Diese Beispiele machen eines deutlich – egal welchen Teilaspekt der individuellen Identität wir auch heranziehen er wird bisweilen wohl schon wieder selbst das Ergebnis von Grenzziehungen sein. Der Versuch unterdes den Urzustand wieder herzustellen, also die „richtige Grenze“ die unter das Rad der Geschichte gekommen ist, ist damit absolut illusorisch. In Wirklichkeit werden wir es immer mit einer Mischung zu tun haben, die historisch gewachsen ist und sich stetig weiterentwickelt hat.

Der historisch gewachsene Identitätsbegriff will sich auch in dem menschlichen Selbstverständnis wiederfinden. Anstelle von physisch, geografischen werden hier mentale Grenzziehungen vorgenommen. Religionen, Kulturen und nicht zuletzt auch unsere eigene Wahrnehmung der Welt spielen uns ein Bild der menschlichen Identität vor, welche die Grenzen ganz klar setzt. Sie werden auch hier nicht anders als bei den afrikanischen Kolonialherren mit angesetztem Lineal in unsere Vorstellungswelten gezogen. Sie bilden damit die mentale Grenzen durch deren Transparenz wir unser tagtägliches Leben führen. Überschreitet man diese, so die allgemeine Konnotation, wird die ursprüngliche Identität verwässert und der (menschlichen) Entfremdung Tür und Riegel geöffnet.

Die Entfremdung des Menschen von sich selbst, von seiner ursprünglichen Identität wird in der gegenwärtigen Diskussion oft als eine Folge von unserer stark technisierten Welt angesehen. Die conditio humana wird dabei auf Merkmale festgelegt, die unsere gegenwärtige Gattung eben aufweist wenn sie auf die Welt kommt. Sie wird als der Goldstandard, ja als die Krone einer Schöpfung betrachtet, die als Referenz für jegliche menschliche Betrachtung herhalten muss. Das Hinterfragen der kolonialisierten Grenzziehungen in unseren Vorstellungswelten wird damit sehr effizient verhindert und eine vermeintlich geordnete Gesellschaft erzeugt.

Doch was ist diese ursprüngliche Identität des Menschen überhaupt? Welchen Referenzmaßstab setzen wir hier an? Und ist das menschliche Selbstverständnis, also seine Identität nicht vielmehr genauso eine historisch Gewachsene wie jegliche andere Identitätsbildung (Individuell oder innerhalb einer Gruppe) im zeitlichen Verlauf (siehe Beispiel der zentralasiatische Staaten)?

Die Identität als etwas absolutes zu begreifen und die Angst der Entfremdung und Verwässerung des wirklich Eigenen setzt grundsätzlich auf einem falschen Fundament auf. Es spiegelt ein absolutes Denken wider, welches die Welt und damit auch uns Menschen in statisch anmutende Gegensätze unterteilt. Die Veränderung, die Unmöglichkeit zweimal in denselben Fluss zu steigen wird verneint um bestimmte Absolutwerte im kollektiven Gedächtnis zu behalten, um die geheuchelte Ordnung zu bewahren. Was jedoch gebrandmarkt wird ist der Zugang der uns allen zusteht, der Zugang zu uns selbst und zu dem was uns umgibt.